Erhaltung und Erschließung

St. Marien in Barth bietet mit der eindrucksvollen gotischen Hallenkirche (Grundsteinlegung um 1250), Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, altem Interieur wie einer Tauffünte aus dem 14. Jahrhundert, Grabplatten und Leuchtern, der weltweit bekannten Buchholzorgel, einer prachtvollen und seltenen Innenausstattung durch den Schinkelschüler Friedrich August Stüler (jüngst im allgemeinen Bewusstsein durch das von ihm erbaute, nun aufwendig restaurierte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel) und nicht zuletzt der imposanten Bibliothek ein im internationalen Kontext überaus beachtenswertes Ensemble. Verglichen mit der Tatsache, dass andernorts wesentlich kleinere Bestände mit ausschließlich lokaler Bedeutung komplett erschlossen, saniert und nach neuesten konservatorischen Gesichtspunkten aufbewahrt werden und zudem der interessierten Öffentlichkeit zugänglich sind, kann gar nicht genug betont werden, wie bedeutsam die Erhaltung der Barther Bibliothek in ihrer Geschlossenheit ist. Hierbei sollte unbedingt auch die Rückführung einiger besonders bedeutsamer Bände, die zur Zeit "entliehen" sind, veranlasst werden.

Neben der langfristigen Erhaltung und Erschließung wäre zudem kurzfristig eine Einbindung der Bibliothek in die vielfältigen Aktivitäten zum Reformationsjubiläum 2017 wünschenswert. Der umfangreiche und prachtvolle Lutherthesaurus könnte hier im Mittelpunkt stehen und durch den reichen nachreformatorischen Bestand ergänzt werden. In der bislang unrestaurierten zweiten Turmseitenhalle ließe sich z.B. eine Sonderausstellung einrichten.

Von allgemeinem, internationalem Interesse sind die
  • Erhaltung der Bibliothek im Ensemble der jetzigen Räumlichkeiten
  • Herstellung klimatisch/sicherheitstechnisch optimaler Raumkonditionen
  • Restaurierung der Handschriften und Inkunabeln
  • Betreuung und Erschließung des Bestandes durch bibliothekarische/archivarische Fachkräfte
  • Schaffung von Forschungsmöglichkeiten in der Kirchenbibliothek
  • Publikationen über die Bibliothek
  • Erschließung für die Öffentlichkeit